Freitag, 26. September 2014

Amazon Fire TV: Erste Eindrücke

so, jetzt ist es angekommen: Das kleine Kästchen mit dem Amazon Fire TV drin. Ausgepackt und angeschlossen. Hier die ersten Eindrücke.

Quelle Amazon.de

Das Teil erinnert in vielen Details an das Konzept des Apple TV. Flaches, quadratisches Kästchen mit einer LED vorne und den Anschlüssen hinten. Die Remote liegt ganz gut in der Hand hat aber fast zu viele Tasten.

Nach Anschluss aller Kabel startet die Box automatisch in ein Sprachauswahl-Menü und beginnt unmittelbar danach mit der Softwareaktualisierung, die etwas dauert. Dann ist schon alles konfiguriert inclusive des Amazon-Nutzers und der damit verbundenen Bezahlfunktion. Also Vorsicht, alles was man bestellt wird sofort gebucht ;-)

Dann folgt automatisch ein Videospot, in dem ein Zeichentrickmännchen die Box kurz erklärt, inclusive der Sprachfunktion der Suche. Nach dem Filmchen kommt man dann ins Haupmenü. Erstmal ganz nett und auch eine gute Orientierung, wie das Teil zu nutzen ist.

Auf der "Homepage" werden zunächst Filme und Serien in verschiedenen Kategorien angeboten. weiter unten kommt dann das Prime Angebot und am Schluß Filme und Serien mit Ausleihgebühr. 
Danach sind die verfügbaren Apps aufgelistet. 

In Summe ganz schön viele Details auf der ersten Seite, was durchaus verwirrt. Irgendwie nicht so intuitiv, wie beim Apple TV. Man hat so ein bisschen das Gefühl: "Gut gewollt, aber nicht gekonnt"... 

Da haben die Fire TV Designer wohl eher am Tablet probiert, wie alles aussieht und funktioniert oder aber in kurzer Entfernung vor einem PC-Screen die Fire TV Designs entwickelt. Kleine bis kleinste Fonts führen zum Zusammenkneifen der Augen und mühsamem entziffern der Auswahltexte und ggf. eingeblendeten Hilfen. Letztlich ist hier wohl der Android-Kontext schuld. Auf dem Tablet ist das Alles in so einem Design kein Problem. Aber von der Couch aus eher eine Katastrophe. Also Freude sieht anders aus und man merkt, wieviel Einsatz und Nachdenken hinter der so simplen Apple TV UI steckt.

Zu den Apps: Bis ich kapiert hatte, dass ich die Apps alle erst per Knopfdruck installieren muß, um sie zu nutzen, hat etwas gedauert. Also ZDF-Mediathek installiert und gestartet. Und da kam schon der erste Frust: Ganz stolz die FireTV Fernbedienung in die Hand genommen und die Voice-Taste gedrückt: "Markus Lanz". Die Spracherkennung arbeitet problemlos und man sieht den erkannten Text. Dann auf die zentrale Auswahltaste gedrückt und "schwupps" ist ist man komplett aus der ZDF-App draussen und irgendein KinderFilm wird angezeigt. Die Zurück-Taste führt dann schön ins Hauptmenü. "Tolle Wurst" möchte man fast brüllen. Aber der App-Kontext ist komplett weg. Will man in der ZDF App suchen, dann muß man die In-App Auswahlleiste gehen und Suche auswählen. Und dann wird's schmerzhaft: Per Bildschirmtastatur mit Cursor rauf, rechts, links und runter und schon ist wenigstens "Mark" eingegeben und dann kommt man allmählich zum Ziel.

Also solange die Voice-Search nur bei Amazon selbst funktioniert und so destruktiv alle gerade offenen Apps ignoriert, wird das nix mit wirklicher Begeisterung für das Amazon Fire TV. 

Die Hardware der Box scheint ganz ok zu sein. Die Reaktionsgeschwindigkeit der UI ist excellent, die Sprachsuche erkennt die gesprochenen Worte in der Regel gut. Auch wenn man den Sprechbutton währen der gesamten Voice-Eingabe gedrückt halten muß, was zunächst etwas irritiert und zu Abbrüchen führt, die man eigentlich gar nicht will. Im Amazon-Katalog kann man dann wirklich einfach suchen und findet auch das Eine oder Andere.

Ich will ja eigentlich gar nicht meckern, ich hatte mich auf eine performante, Android-basierte TV-Box mit Spracheingabe echt gefreut. Leider ist bei der Software aber im Moment noch viel Luft nach oben...

Ach ja, das Streamen mit der Box klappt prima und auch die Einstellmöglichkeiten für den angeschlossenen TV-Screen - man kann die Größe mit eingeblendeten Pfeilen an allen Bildkanten sehr gut und genau einstellen - sind sehr ordentlich. Auch die Streams in Apps laufen gut, soweit ich das bislang testen konnte.

Und noch ein Frust zum Schluß, der mir aber schon vorher bekannt war: Mit Netflix is noch nix. Das kommt erst noch per SW-Update. Auf der Verpackung des Fire TV ist das aktuelle Logo schon fett aufgedruckt, in der SW aber nicht vorhanden. Wie der Print-Job für der Verpackung schneller sein kann, als die Software der Box, das muß ich jetzt nicht verstehen, oder? 

Bei Verfügbarkeit von Netflix auf Fire TV gibt's dann vielleicht auch von mir noch ein Update hier ;-)

Kleiner Nachtrag: Ein ganz interessanter Test mit einigen technischen Details - z.B. der Stromaufnahme in Betrieb und Standby - ist bei PCGamesHarware zu finden und wird von mir gerne empfohlen.

Erstes Update, noch immer ohne Netflix...
Auch bei Computerbild gibts einen recht ordentlichen Test, der auf eines der echten Probleme mit der Box aufmerksam macht, das mir bei etwas intensiverer Nutzung mittlerweile auch aufgefallen ist:

Die Sache mit 50 oder 60 Hertz Bildwiederholfreqenz! Es gibt bei den Bildschirm-Settings eine Auswahl für "Automatik" für die Ausspielformate nur leider funktioniert die nicht, bzw. nutzt wohl einfach die höchste vom TV unterstütze Auflösung und Wiederholfrequenz. Da fast alle TVs mittlerweile auch die 60 Hz für die US-Formate können, kommts zu starken Flimmer und Ruckel-Artefakten bein Anschaun der Movies, die seitens Amazon in Deutschland wohl mit 50 Herz ausgespielt werden.

Auch bei Apps, wie den Mediatheken von ARD und ZDF ruckelt es kräftig. Stellt man in den Settings auf 50 Hz um, ist das Ruckeln praktisch verschwunden, wenn man die für Deutschland optimierten Formate abspielt. Ich hatte mir mal nen ganz alten Schinken, den Film Taxi Driver anschaun wollen und hab das nach ein paar Minuten abgebrochen, da alles fast unerträglich ruckelte. Ist wohl ein 24p Film, der hier mit 50 Hz sauber abspielbar ist. Aber nicht mit den automatischen 60 Hz.... Letztlich ist das mit dem manuellen Setting aber ein Krücke, denn keiner weiß doch, in welchem Format die Filme letztlich vorliegen. Es kann durchaus sein, dass auch einige digitale US-Versionen mit für 60 Hz optimiertem Encoding dabei sind.

Sinnvoll wäre hier eine Überarbeitung der Software, die diese Probleme smart anpackt und automatisch umschaltet. Ggf. muss dann bei der Inbetriebnahme getestet werden, welche Formate der TV unterstützt oder die Automatik so schlau werden, über Prompts nach der Umschaltung einmalig zu erkennen, was das angeschlossene TV denn anzeigen kann. Die Störungen bei unpassender Frequenz sind dermaßen heftig, dass das Anschaun der Streams  einfach keine Freude mehr macht. Da ist also noch einiges zu tun, lieber Herr Bezos!

Bis dahin steht meine Box jetzt erstmal auf 1080p 50 Hertz und ich bin mal gespannt, bei welchem Film es dann wieder ruckelt ;-)

Mittwoch, 10. September 2014

IFA 2014 Alles hat ein Ende, auch die IFA

So, am letzten Tag auch meine letzten Impressionen. Wirklich viel komm nicht mehr hinzu, aber so einige Lücken hatten die ersten Tage gelassen, die nun hier geschlossen werden sollen.

Ich sitze mal wieder im INTEL Bogger-Bereich. Nach vorheriger Reservierung kann man hier während der IFA wirklich klasse arbeiten, auch wenns manchmal in der Halle etwas lauter wird.


Selbst Blaupunkt vermarktet nun diese 10 Zoll Windows Tablets der Einsteigerklasse, wohl für 299 Euro, wenn ich mir das richtig gemerkt habe.


Internet Radio und Streaming Adapter im Retro-Design, auch das gibt mittlerweile wieder. Retro ist anscheinend ein angehender Trend. Immer mehr Anbieter haben das eine oder andere Gerät im Angebot, das auch neu schon Alt oder "classic" aussieht.


Bunte SAT-Receiver bei Technisat. Lebhaft eben.


Heimvernetzung ist auch bei diesem deutschen Hersteller kein Fremdwort mehr.


Am Morgen waren auch so einige Schulklassen unterwegs. Und HiFi von Yamaha schien sie zu interessieren.


Ich mag sie ja auch, diese fetten Endstufen mit ihren riesigen Trafos und Kondensatoren.


Wer sagt denn, dass Laufsprecher nicht auch ein angenehmes Raumlicht machen können. Hatte das so ncoh nie umgesetzt gesehen. Yamaha hat gleich mehrere Modelle Im Programm. Die klangen auch gar nicht mal so übel ;-)

 

Was ein aktuelle Surround Receiver können muß, das kann man an den vielen Stickern auf der Front ablesen. Sah recht vollständig aus.


Altbekannte Firmen, die Marantz und DEnon waren in diesem Jahr leider nicht mehr dabei. Die klassischen HiFi Produkte scheinen etwas an Bedeutung zu verlieren. Aber der Trend geht ganz stark zum vernetzten Musikgenuss. Sonos, als einer der Pioniere dieser Konzepte war präsent.


Bunt geht mittlerweile auch bei Mini-Anagen, und zwar auch in Pastell oder ganz intensiven Farben.


Hi-Res Audio kommt auch in den kompakten all in one Receivern an. Die kleine Pioneer Anlage mit Speakern gibts wohl schon für 499 Euro. Und auch die kann schon Hi-Res Dateien aus dem Netzwerk oder vom Stick streamen. Da hat sich einiges getan bei den Datenformaten. Und auch immer mehr Online-Anbieter bieten entsprechende Titel an. Pioneer kooperiert mit Qobuz.  



Edle Kopfhörer und Verstärker gabs bei Sennheiser und Bayerdynamic. Richtig was für die angestrengten Messe-Ohren.


TEAC hatte was ganz kompakte mit dabei.


Dynaudio kannte man früher eher als LAutsprecherhersteller, aber auch diese Firma springt auf den "Networked Audio"-Zug mit auf.


So mit spezieller Remote Control, damit auch Multiroom-Audio möglich wird.




Hier ein portabler Kopfhörerverstärker mit eigenem DAC von Onkyo.



"Curved" war wirklich überall ein Thema. kurven sind halt "sexy"...


Smart Home ist ein weiterer Gesamttrend. Die Anzahl der Anbieter wächst weiter und der Kunde verliert sicher allmählich etwas den Überblick.


Logitech mit Bewährtem und Neuem. Das Keyboard mit der Kopplungsmöglickeit für bis zu drei Geräten war mir jedoch einfach etwas zu groß und klobig.



Ach so: Auch Panasonic baut gute Kaffeemaschinen. Hab's selbst probiert...


Diese Panasonic Audio streamer kann auch eigenständig Spotify streamen. Leider ist der doch recht interessante Adapter mit ca. 200 Euro Listenpreis doch etwas teuer.



Passende Streaming Boxen gibt es auch in zwei Größen. Damit läßt sich recht einfach ein Multiroom System aufbauen.




Smart Home auch bei Hisense. Was genau damit schon geht, habe ich beim Besuch des Standes leider nicht herausbekommen.



Dort gab es auch ein etwas kompakteres "Bendable Curved Display" zu sehen. Braucht man sicher unbedingt, wenn man sich nicht für "curved" oder flat entscheiden kann...





Wieder mal Retro Design, hier von Busch-Jaeger. Ist wohl aus Keramik gefertigt. Eine solche Ethernet-Steckdose hatte ich auch noch nicht in den Fingern.




Bei Telekom gings auch am letzten Tag noch bunt her.


Auch die Leute am Smart Home Stand waren noch gut drauf und für Späße zu haben


Bunte Kuschelkissen, um etwas zu relaxen.



AVM hat einen ganz neuen Repeater in Vorbereitung. Der kann nicht nur Dualband WiFi simlutan, sondern auch noch Digitales Kabel mit per W-Lan verteilen. Wie das geht, steht hier. Auch wieder ein SChritt zur besseren Multimedia-Vernetzung. Und dabei so einfach. Kabel rein in die STeckdose und los geht's. Apps für Android und PC gibt es bei AVM mit dazu.



W-Lan Router zeigen wieder Antenne. Sende-Power ist halt wichtig bei TP-Link.


Noch ein Fitness-Band, diesmal in Rund bei iHealth.


Zum Schluss noch ein wenig "Retro" bei Loewe: Das Radio ist immerhin von 1951.



Aber auch mit den aktuellen Produkten ist man auf der Höhe der Zeit mit Streaming at home und PVR-Programmierung von unterwegs. Und alles im Loewe TV bereits integriert.



Bleibt sehr zu hoffen, dass uns diese Firma als Anbieter von schicken TV-Geräten erhalten bleibt.

So, jetzt muss ich bald meine Sachen packen und sehen, dass ich wieder nach Haus komme. Ich hoffe, es hat wieder mal gefallen und ein paar Trends gezeigt.